Prinz Chaos in der Dorfkirche!

Ich liebe es, Erwartungen durcheinander zu bringen. Und nebenbei: Spießer ist, nach einer guten Definition, der etwas Relatives absolut setzt. Spießer kann man folglich auch als Religionsgegner problemlos werden. Sagt Prinz Chaos, der zu hinduistischen Göttern betet, hinter allem Sein lediglich das große MU (das Nichts der Buddhisten) vermutet, der Moscheen wegen der Teppiche auf dem Fussboden liebt und Kirchen am liebsten mag, wenn sie barocken prunkvoll überladen sind.

Weihnachten in Weitersroda mit Prinz Chaos, Dorfkirche.

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Auch eine Weihnachtsgeschichte

Zu den unschönsten Erfahrungen des Jahres 2016 gehörten drei Fälle, in denen meine Hilfsbereitschaft ausgenutzt und nicht mit Vertrauenswürdigkeit beantwortet worden ist.
Den fraglichen drei Herren – einem reisenden Iren, einem arbeitslosen Denkmalpfleger und einem syrischen Flüchtling – widme ich dieses weitere Gedicht von Bertolt Brecht.
Ich hatte nun auch 2016 viele Erlebnisse des gerade Gegenteils, unzählige Fälle, in denen Vertrauen mit Vertrauen beantwortet wurde. Fälle gab es auch genug, in denen ich derjenige gewesen bin, dem geholfen worden ist. Typischerweise kann ich mich all dieser positiven Beispiele nur mit Mühe erinnern, während die drei Negativfälle mir fortgesetzt im Herzen giften.
Ich stelle durch diese drei Erfahrungen nicht meine Lebenseinstellung und Welthaltung infrage.
Ich erkenne klar, wie ungerecht und falsch es wäre, daraus etwas Pauschales gegen ALLE Iren, ALLE Denkmalpfleger und ALLE Flüchtlinge ableiten zu wollen.
Aber ich leite daraus einen Hinweis auf die Verantwortung derer ab, die Hilfe in Anspruch nehmen. Und ich meine nicht hündische Dankbarkeit und fortgesetzte Unterwerfung, auf die ich liebend verzichte.
Es geht um etwas anderes: darum, dass diejenigen, die Vertrauen und Hilfsbereitschaft missbrauchen, großen Schaden anrichten für alle, die Vertrauen und Hilfe benötigen. Vor allem dadurch, dass jene, die zu helfen nicht bereit sind, obschon sie es problemlos könnten, sich fürchterlich bestärkt finden werden in ihrer Verweigerung des Vertrauens und der Hilfsbereitschaft – im Angesichte meiner drei schlechten Erfahrungen.
Es gibt eben nicht nur die vielbesungene Kunst des Gebens.
Auch das Nehmen hat seine heiligen Regeln.
Zu diesen gehört, den Gebenden nicht zu beschämen.
Prinz Chaos II.

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Als ich ihnen erzählte
Wie ich einen Mann bei mir aufgenommen hatte
Ihm Essen gab und einen Brief an einen Freund
In dem ich für ihn einstand, und was
Der Mann mir anrichtete, sah ich
Sie lachen.
Höre, Mensch, der mich getäuscht hat,
da schämte ich mich
So der Dummheit bezichtigt zu werden
Deinetwegen! Und ich belastete dich
Mit diesem Gelächter
Der Armseligen.
Wisse, dass ich dich verteidigte mit deiner Lage
Armut und Unzulänglichkeit, mit der diese, ich sah es,
Einverstanden waren von Grund auf
Und schäme Dich wie mich.

Bertolt Brecht

Elsässers Preussenschlag (2007)

Diesen Artikel habe ich im Oktober 2007 geschrieben. Die der JungeWelt, für die ich damals gearbeitet habe, weigerte sich, den Text abzudrucken. Immerhin schrieb auch Jürgen Elsässer für diese Zeitung – noch, denn er wurde wenige Wochen später gekündigt. Veröffentlicht wurde mein Text dann in einer gekürzten Fassung im AK („Analyse & Kritik“). Ich stelle hier, nachdem die Rechtsentwicklung des in Frage stehenden Herrn weitgehend abgeschlossen ist, den ungekürzten Originaltext erneut zur Verfügung.

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Elsässers Preussenschlag

Nachdem das Hauptverdienst Jürgen Elsässers in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten darin bestand, im Verhältnis der Linken zum Nationalismus ein heilloses Durcheinander anzurichten, wird die profilierungstaktische Rationalität seiner bislang letzten Kapriole langsam greifbar: am 10. Oktober sprach Elsässer als Gast der „Preussischen Gesellschaft“ im Berliner Hilton.

„Ich bin ein Linker von altem Schrot und Korn“ stellt Jürgen Elsässer sich den Neo-Preussen vor – und den „Latte-Macciato-Linken“ gegenüber, die sich mit allem beschäftigen „was dem Kapital nicht weh“ tut, vornehmlich „mit Multi-Kulti und Transsexuellen in der Mongolei“.

Schrot und Korn statt sexuelle Revolution, Herrenwitziges und ein Seitenhieb gegen die Politisch Korrekten und Gutmenschen zur Eröffnung – sowas kommt an bei den alten und jungen Herren und vereinzelten Damen jener, so Elsässer, „hochrespektablen Vereinigung“.

In ihrer etwas betulichen Höflichkeit gleicht die Preussische Gesellschaft einem Verein elitärer Brauchtumspfleger. Freilich hat man auch aktuelle Ansprüche, hat Gesichtspunkte, sorgt sich. Wie immer sorgt sich Preussen vor allen Dingen um die deutsche Nation, und da trifft sich’s mit dem Jürgen Elsässer.

Nazis allerdings sind das hier nicht viele, zumindest nicht solche „von altem Schrot und Korn“. Das wahre Preussentum habe vielmehr 1944 die Bombe im Führerbunker gezündet, heisst es…

Aber in Zeiten, da Auschwitz die moralische Begründung für Angriffskriege liefert, liefert eben ein versuchter Tyrannenmord die identifikatorische Grundlage für „preußisch-friderizianisches Gedankengut und preussische Tugenden“. Und weil man plural gesinnt ist, lädt man sich mal Jörg Schönbohm, mal Hanna-Renata Laurien, mal den wegen Volksverhetzung vorbestraften Rechtsextremisten Hans-Dietrich Sander und dann wieder Lothar Bisky ins Hotel Hilton ein.

Die „Zerstörung der Nation“ durch „Heuschrecken“ beklagt der heutige Referent: internationale Finanzpiraten, die mit oftmals hanebüchen zusammen geliehenem Geld „wie eine biblische Plage“ über betriebswirtschaftlich kerngesunde Industrieunternehmen herfallen. Man hat all dieses so oder ähnlich in Büchern wie „Die Globalisierungsfalle“ lesen und bei Heiner Geißler hören können. Für Leute, die mit der Kreuzung der Diskurse von Finanzkapital und Ungeziefer kein Problem haben, sind das die halbwegs erträglichen 20 Minuten Elsässer.

Mehr Fragezeichen tun sich auf, wenn Elsässer daran geht, diese bekannten Phänomene in eine geostrategische Analyse einzubetten. Was da vorgetragen wird, ist gepflegtes Länderschach, in dem der einzige auftretende Akteur Nationalstaaten verschiedenen Namens, beziehungsweise ihre Regierungschefs und deren Beziehungskisten sind.

Ich fühle mich in jenes Uni-Seminar über „International Relations Theory“ zurückversetzt: das hier ist Kenneth Waltz, Henry Morgenthau, die amerikanische Nachkriegsdenke: the material capabilities of nation states – sonst nichts. Nationen erscheinen als Monolithen ohne innere Widersprüche, handelnde Wesen höherer Ordnung.

Während ich mir vorstelle, wie die Neo-Preussischen Herren im Hobbykeller die Schlacht bei Hohenfriedberg mit selbstlackierten Zinnsoldaten nachstellen, betätigt sich Jürgen Elsässer als strategic consultant des deutschen Imperialismus. Und er kann das guten Gewissens und „als Linker“ tun, denn die USA nehmen bei ihm die Planstelle „Römisches Imperium“ ein, dem auf der Planstelle „unterdrückte Nationen“ Länder wie … Deutschland gegenüber stehen und „ihre nationale Souveränität erkämpfen“ müssen, so Elsässer.

Im nächsten Schritt lobt Elsässer dann Gerhard Schröder für die gelungene Formulierung vom „deutschen Weg“, und dass dieser die Pipeline mit den Russen durch die Ostsee gelegt habe: damit nicht „irgendwelche Balten“ die deutsche Nation im Bütteldienst Amerikas erpressen können.

Sich den Standpunkt des deutschen Imperialismus zu eigen zu machen, nennt Elsässer lustig „proletarischen Internationalismus“, schließlich betreibe die deutsche Schwerindustrie heutzutage „Friedenspolitik“. Ob sie wohl deshalb vor allem eine Rüstungsindustrie ist?

Bei preussischen Herren jedenfalls sorgt Elsässer spätestens jetzt für Begeisterung. Und Jürgen Elsässer ist ein geschickter Mann. Wenn er den Abzug amerikanischer Atomwaffen fordert und gleich im nächsten Satz auf General de Gaulle Bezug nimmt, tut er das, ohne die Forderung nach eigenen, deutschen Atomwaffen auszusprechen. Er setzt darauf, dass der gebildete Preusse versteht, mit dem gelieferten de-Gaulle-Chiffre selbständig weiterzuarbeiten.

Damit die Preussencombo auch mit ihm weiterarbeitet, wird Elsässer dort nochmals deutlich, wo es zwar dem Kapital nicht wehtut, dafür aber dem versammelten Männerbund besonders gut in diesen verkommenen Zeiten. Der Individualismus und die Beliebigkeit sind jetzt das Ziel präzise ausgearbeiteter Spötteleien. Da wird der Verfall der Nationalsprache in lauter Kauderwelsch und Szenejargons beklagt, die Diffamierung Eva Hermans als Eva Braun und ein Zeitgeist, der statt solider Familien „die Lebensabschnittsgefährten und die sexuelle Orientierung täglich wechselt.“

Nun hat Friedrich der Große seine sexuelle Orientierung bekanntlich nicht oft gewechselt. Aber die Neo-Preussen verstehen schon, man versteht sich, und als Signale für gesellschaftliche Integrationsbereitschaft weiß man diese Bekenntnisse eines Linken von altem Schrot und Korn durchaus zu lesen.

Zumal Elsässers Jürgen seine Nützlichkeit auch anderweitig unter Beweis zu stellen vermag. Etwa wenn er den Spruch „Ein kluges Wort, schon ist man Kommunist“ umändert in „Ein kluges Wort, schon ist man Nationalist“, und damit einen linken Sponti-Spruch für die Preussen enteignet, auf den Letztere selber wohl nicht gekommen wären.

Der Prozentsatz sich selbst als „links“ definierender Traditions-Preussen jedenfalls dürfte am 10. Oktober sprunghaft angestiegen sein. Denn auch der deutsche Imperialismus will heute nicht mehr richtig rechts sein – und wozu sollte man es auch sein an einem Abend, an dem ein „Linker“ ausgiebig Stoiber lobt und ein Bündnis „von Lafontaine bis Gauweiler“ fordert, wobei „die Linke ihr Programm erst einmal zurückstellen“ müsse?

Dem mithin geäußerten Fatum, Jürgen Elsässer werde „den Weg Horst Mahlers“ gehen, ist nach dem gestrigen Abend entschieden zu widersprechen. Wer von den Preussen im Hilton derart gefeiert wird, hat jedenfalls nicht nötig, sich mit irgendwelchen Nazi-Desperados zum Bratwurstessen am Bahnhof Chemnitz zu verabreden. Der Mann hat lukrativere Methoden gefunden, linkes Symbolkapital umzuwandeln in echtes, rechtes Kapital.

Ein trauriger, stolzer Sohn

Aus dem selben Pasinger Krankenhaus, in dem am 10. Januar 1975 mein Vater am Bett meiner Mutter stand und ausrief: „Gabi, a Bua is!!“, wird er selbst morgen wieder ins Pflegeheim entlassen.
Für mich begann in diesem Krankenhaus der Weg ins Leben.
Für ihn beginnt hier der letzte Weg, aus dem Leben heraus.
Das Pasinger Krankenhaus hat sich, zumindest im Eingangsbereich, seit 1975 kaum verändert, wie es scheint. Und ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich in dieser Koinzidenz des Ortes eine besondere Tragik oder eine gewisse, philosophisch zu nennende Schönheit erkennen soll.
Jedenfalls sind wir alle froh, dass mein Vater in der extremen Situation der letzten Tage, ziemlich überraschend, zu alter Klarheit und Entschlossenheit zurückgefunden und damit auch uns eine unmenschlich schwierige Entscheidung abgenommen hat.
Er ist sich seiner Lage voll bewusst geworden und hat sich unmißverständlich entschieden, eine weitere Amputation abzulehnen und stattdessen den Weg ins Sterben anzutreten.
Bei aller Traurigkeit, dass mein Babbi mit hoher Wahrscheinlichkeit bald nicht mehr da sein wird, erfüllt es mich mit Stolz, den alten Kämpfer noch einmal so erleben zu dürfen. Auch die Ärzte waren baff über die kraftvolle Persönlichkeit, die ihnen da plötzlich gegenüberlag und ihren Willen unzweideutig durchsetzte.
Am stolzesten aber macht mich mein Bruder Schorsch, der ab heute nicht mehr mein „kleiner“ Bruder ist. Er hat in dieser Situation eine geradezu heldenhafte Rolle gespielt und hat die entscheidenden Gespräche mit meinem Vater mit großem Mut geführt – während ich selbst an eine unüberschreitbare innere Grenze geraten war und nach meinem letzten Besuch zwei Stunden orientierungslos mit dem Auto herumgefahren, aber immer wieder an diesem Krankenhaus herausgekommen bin.
Ich werfe mir diese Schwäche nicht vor. Im langen Leidensweg meines Vaters hatte jeder in seinem Umfeld ausreichend Gelegenheit, sich als handlungsfähig zu beweisen und ich habe das über Jahre hinweg getan. Aber alle hatten auch ihre Phasen, in denen die Überforderung einfach nicht mehr zu meistern war. Das ist okay. Es gehört dazu. Das Sterben ist halt für niemanden einfach – auch und gerade nicht für die Angehörigen.
Jetzt geht es darum, diesen letzten Weg meines Vaters so gut und so liebevoll wie möglich für und mit ihm zu gestalten, da zu sein, soweit mein Vater das möchte und einen würdigen Rahmen für die Sterbephase auch organisatorisch sicherzustellen. Gerade habe ich mit dem Arzt im Pflegeheim telefoniert, um eine Palliativerklärung vorbereiten zu lassen. Mein Vater möchte nicht mehr in ein Krankenhaus zurück: nie mehr!
Euch teile ich das alles an dieser Stelle mit, weil das Internet und solche Blogs ja im Normalbetrieb Orte der Verdrängung und Zersetzung ist, an dem wir uns mit unseren jeweiligen Siegesmeldungen auf die Nerven gehen. Was soll das? Auch hier sollte Platz sein für die Traurigkeit. Denn wo die Traurigkeit keinen Platz hat, hat auch die Liebe keinen.

ein trauriger, nachdenklicher, stolzer, liebender Sohn

Instrumentengeschichtliches

Zum Begriff „Zither“ sei es hiermit, ein für allemal! – klargestellt: er kommt von der „Zister“ oder „Cister“, die ursprünglich ein Sammelbegriff gewesen ist für Saiteninstrumente verschiedener Art.

Wenn also der Mephistopheles im Faust 1 unter dem Zimmer des Gretchens („Deine Unschuld kotzt mich an!“) sitzt und ihr auf der „Zither“ Minnelieder singt, dann darf man sich den Herrn der Fliegen keinesfalls am Schreibtisch sitzend vorstellen, vor ihm eine alpen- oder vogtländische „Zither“ – sondern dann hat der Mephisto vielmehr eine der zahllosen Varianten der Laute gespielt, Mandoline, Mandola oder ein uns heute gar nicht mehr geläufiges Saiteninstrument.
Und auch diese Komposition von Mozart ist trotz ihres Titels keineswegs für das heute unter dem Begriff „Zither“ bekannte Instrument verfasst worden – und wurde deshalb hier (siehe Beitragsbild) auch folgerichtig für die Mandoline aufgeschrieben.
Ich würde Euch das Stück nun sehr gerne in meiner eigenen Interpretation zu Füßen legen, aber ich gestehe: dafür bedarf es noch des einen oder anderen Jahrhunderts konsequenter Übung meinerseits.

Es gibt aber selbstverständlich eine geniale Einspielung des Mandolinengotts Avi Avital. Die jedoch ist leider und sehr berechtigtermaßen, kostenlos im Netz nicht erhältlich. Es gibt aber auf YouTube diese ebenfalls schöne Aufnahme von Abraham Leibovitz:

Leibovitz Mozart Zither

 

 

 

 

Istanbul, Geliebte

Panzer auf den Straßen.

Menschen auf den Straßen.
Istanbul, Du Schöne.
Wo gehst Du hin,
was tust Du Dir an.
Istanbul, Du Stadt der Liebe.
Stadt der Lieder und der Kunst.
Stadt des Krieges, immer wieder.
Schöne Frau, am Bosporus.
Niemand singt heut Deine Lieder,
einsam frierend, diese Nacht!
Istanbul, so viele fallen,
Von sich selber umgebracht.
Instabil, auf Deinen Brücken,
jagen Menschen und Metall.
Jagen sich von Dir ins Diesseits
Menschen, Menschen, überall.
Weiß wer, was der Tag wird bringen.
Oder geht der Krieg ein Jahr?
Istanbul, Du kriegsverliebte,
Weißt Du noch, wie Frieden war?

Prinz Chaos II.

Über die Rigaer 94…

Ich kenne das Haus in der Rigaerstraße seit gut 20 Jahren. Es kommt in meinem Roman (forthcoming) aus der Perspektive eines Medienkünstlers vor, der direkt gegenüber wohnt.
Ich war und bin von diesem Projekt nicht durchgehend restlos begeistert, um es vorsichtig auszudrücken. Es war immer ein Paradebeispiel für diese unglaublich miese, ätzende Stimmung, die die Berliner Linke seit jeher auszeichnet.
Auf der anderen Seite gehört die Entwicklung des Stadtteils Friedrichshain zu den abschreckendsten Beispielen des kulturellen Verfalls im Zuge der vermeintlichen Aufwertung einer Gegend. Menschenskind, ist Friedrichshain langweilig und spießig geworden!
Mit den aktuellen Auseinandersetzungen rund um die Rigaer 94 habe ich mich nicht intensiv beschäftigt. Ich habe allerdings nicht den geringsten Zweifel, dass viele der Bewohner und des Unterstützerumfelds gewaltig einen an der Waffel und einen Umgang mit Gewalt haben, den ich ablehne.
Aber noch viel weniger Zweifel kann man an den skandalösen Vorgängen seitens des Innensenators, der Berliner Polizei und des Verfassungsschutzes haben, wenn man miterlebt hat, wie in dieser Stadt in den letzten zwei Jahrzehnten gegen besetzte Häuser und alternative Projekte vorgegangen wurde.
Dass nun ein Berliner Gericht bestätigt, dass sich die Polizei zur Ausführungsgewalt rechtswidriger Machenschaften des Hauseigentümers gemacht hat, führt mit anderen Worten nicht dazu, dass ich – sozusagen von Hauseigentümer zu Hauseigentümer – in grenzenlose Solidarität ausbreche.

Gericht: Räumung war illegal