Instrumentengeschichtliches

Zum Begriff „Zither“ sei es hiermit, ein für allemal! – klargestellt: er kommt von der „Zister“ oder „Cister“, die ursprünglich ein Sammelbegriff gewesen ist für Saiteninstrumente verschiedener Art.

Wenn also der Mephistopheles im Faust 1 unter dem Zimmer des Gretchens („Deine Unschuld kotzt mich an!“) sitzt und ihr auf der „Zither“ Minnelieder singt, dann darf man sich den Herrn der Fliegen keinesfalls am Schreibtisch sitzend vorstellen, vor ihm eine alpen- oder vogtländische „Zither“ – sondern dann hat der Mephisto vielmehr eine der zahllosen Varianten der Laute gespielt, Mandoline, Mandola oder ein uns heute gar nicht mehr geläufiges Saiteninstrument.
Und auch diese Komposition von Mozart ist trotz ihres Titels keineswegs für das heute unter dem Begriff „Zither“ bekannte Instrument verfasst worden – und wurde deshalb hier (siehe Beitragsbild) auch folgerichtig für die Mandoline aufgeschrieben.
Ich würde Euch das Stück nun sehr gerne in meiner eigenen Interpretation zu Füßen legen, aber ich gestehe: dafür bedarf es noch des einen oder anderen Jahrhunderts konsequenter Übung meinerseits.

Es gibt aber selbstverständlich eine geniale Einspielung des Mandolinengotts Avi Avital. Die jedoch ist leider und sehr berechtigtermaßen, kostenlos im Netz nicht erhältlich. Es gibt aber auf YouTube diese ebenfalls schöne Aufnahme von Abraham Leibovitz:

Leibovitz Mozart Zither

 

 

 

 

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