Das Siechtum der Sozialdemokratie

Meine Familie weist mehr als 100 Jahre durchgehender SPD-Mitgliedschaft auf. Die Linie geht zurück zu meinem Urgroßvater Oskar Maier: Betriebsrat bei Krauss-Maffei und später Arbeiterrat für die USPD in der Münchner Räterepublik.
Als ich selbst an meinem 16. Geburtstag in die SPD eintrat (*seufz), hieß der Parteivorsitzende Hans-Jochen Vogel, der Ehrenvorsitzende hieß Willy Brandt und Kanzlerkandidat war ein gewisser Oskar Lafontaine. Davor war Johannes Rau Spitzenkandidat gewesen. Die Bayern-SPD führte Renate Schmidt.
Die SPD-Politik hat auch damals schon dazu geführt, dass ich recht schnell wieder ausgetreten bin. Aber das war doch ein Personaltableau von etwas anderem qualitativen Niveau als Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und diese ganzen Leute, deren Namen und „Gesichter“ (Charaktermasken) man sofort wieder vergisst.
Der Stolz dieser Partei ist gebrochen, seit Gerhard Schröder. In die Spitze gelangen nur noch Karrieremenschen ohne Rückgrat und irgendwie konsistente politische Überzeugungen. Einige von ihnen, Olaf Scholz, die Nahles und Florian Pronold zum Beispiel, habe ich persönlich kennengelernt. Das sind Figuren ohne Substanz: willfährige Gehilfen der Macht im ausschließlichen Auftrage ihres eigenen Fortkommens.
Trotzdessen und bei allem, was ich über das schreckliche Versagen der deutschen Sozialdemokratie in ihrer oftmals unrühmlichen Geschichte weiß – es ist wahnsinnig traurig, diesen abgebliebenen Rest einer früher mächtigen Partei so würdelos vor sich hin siechen zu sehen.

Prinz Chaos II.

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